Erstes Licht über dem Gletschervorfeld

In der absoluten Stille der Natur beginnt das Licht, seine eigene Geschichte zu erzählen.

Es sind die frühen, stillen Stunden in den Bergen, die mich immer wieder faszinieren. An diesem Morgen in den Walliser Alpen herrschte eine fast greifbare Ruhe. Kein Windhauch, keine Wolke am Himmel – nur das langsame Erwachen der Natur, während das erste Licht des Tages den Weg über den scharfen Bergkamm fand.

Ich hatte mich an einer Klippe positioniert. Direkt vor mir im Vordergrund lagen flache, von rötlichen Flechten überzogene Felsen, aus deren Spalten kleine Sträucher wuchsen. Tief unten im Tal hing noch der sanfte Morgendunst, der das erste Licht wunderbar weich verteilte und der ganzen Kulisse eine feine, fast mystische Stimmung verlieh. Unterhalb der Klippe schlängelte sich der Bergbach in weiten Schleifen durch das raue Gletschervorfeld.

Als die Sonne schliesslich den Grat überwand und alles sanft durchleuchtete, hielt ich für einen Moment inne. Es brauchte kein lautes Farbspektakel am Himmel – das feine Zusammenspiel aus den roten Felsen, den weiten, verzweigten Linien des Wassers und dem weichen Dunst reichte völlig aus. Ein zutiefst beruhigender Moment, der die raue Bergwelt von ihrer friedlichsten Seite zeigte.


Canon EOS R5 | RF 14-35mm F4 L IS USM | Stativ

14mm | f/16 | 1/200 Sek. | ISO 200 

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